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Gala mit Preisverleihung

Preis der Stiftung

Preise der Stiftung würdigen die besondere künstlerische Leistung

Die Stiftung Semperoper würdigt seit 1993 besondere, für den Ruf und die Reputation des Hauses maßgebliche Leistungen und zeichnet dazu herausragende Künstlerpersönlichkeiten und Ensembles mit eigenen Preisen aus.

2018 wurde Georg Zeppenfeld, Bass, mit dem Preis der Stiftung geehrt.


Aus der Laudatio der Sopranistin
Camilla Nylund

Georg Zeppenfeld kam im Jahr 2001 an die Semperoper. Die Theater in Münster und Bonn waren seine früheren Stationen, doch an der Semperoper war er zum ersten Mal an einem wirklich grossen Haus. Christoph Albrecht, der damalige Intendant, hat dem jungen Sänger viel zugetraut, im deutschen wie im italienischen Fach. Bereits in der ersten Saison sang er den Titurel im „Parsifal“ von Richard Wagner und den Eremiten in Webers „Der Freischütz“.

Schnell wurde dieser junger Sänger geschätzt: 2003 wurde er hier bereits von der Stiftung Semperoper mit dem Christel-Goltz-Preis ausgezeichnet. Prof. Gerd Uecker, der 2003 die Intendanz übernahm, besetzte den jungen Bass schnell in Premieren und vertraute ihm wichtige Partien an in Opern von Mozart, Verdi und Wagner.

Oft singen die Bässe die Rollen von alten Männern:  der greise Titurel, der alte Eremit, der ältere Fürst Gremien und viele mehr. Das Problem, das viele junge Bässe plagt, nämlich die Souveränität  der älteren Figuren auf der Bühne noch nicht spielen zu  können, stellte sich für Georg Zeppenfeld nie: Mit seiner grossen, schlanke Statur strahlte er immer schon Würde  aus, sein geschmeidiger Bass bot von Anfang an Sicherheit und Kraft. Bereits in seinen ersten Jahren an der Semperoper hat Georg Zeppenfeld den Sarastro in der „Zauberflöte“ gesungen.

 

Für jeden Sänger stellt sich irgendwann die Frage, wie er sein Festengagement und die Anfragen anderer Opernhäuser vereinbaren kann. Schon bald nach seinem Antritt in Dresden wurden die internationalen Bühnen auf Georg Zeppenfeld aufmerksam. München, Madrid, Antwerpen, London, Paris und New York, das sind nur einige der Opernhäuser, in denen  Georg Zeppenfeld zu erleben war. Seine Parade-Rolle des Sarastro sang er 2012 bei den Salzburger Festspielen unter dem Dirigenten Nikolaus Harnoncourt. Und nicht zuletzt ist er immer wieder bei den Bayreuther Festspielen präsent: 2010 als  König Heinrich in Hans Neuenfels‘  „Lohengrin“-Inszenierung zwischen den als Ratten verkleideten Choristen und auch in diesem Jahr als König Marke in Katharina Wagners Inszenierung  von „Tristan und Isolde“, als Gurnemanz in „Parsifal“ und wieder als König Heinrich in der Neuproduktion von „Lohengrin“ mit Christian Thielemann als Dirigent. 2017 standen wir beide auf der Bühne in „Die Walküre“, ich als Sieglinde und er als furchteinflößender Hunding. Er war auch mein König Marke bei den konzertanten Aufführungen von Tristan und Isolde dieses Jahr in Boston und New York.

Obwohl Georg Zeppenfeld seit 2005 kein sogenanntes festes Ensemblemitglied mehr ist, ist er dem Haus bis heute  eng verbunden. Dass ein Sänger, der an allen grossen Bühnen der Welt gastiert, in seinem Stammhaus so regelmäßig auftritt, wie Georg Zeppenfeld dies tut, ist außergewöhnlich. Die Semperoper ist seine künstlerische Heimat geblieben. Georg Zeppenfeld wird hier nicht als Stargast eingeflogen, er singt nicht nur Premieren, sondern wir erleben ihn als Sparafucile in "Rigoletto„ ebenso wie als Raimondo in „Lucia die Lammermoor“ oder den Nazarener in „Salome“.

Von der Barockoper wie Seneca in „Die Krönung der Poppea“ oder Zaroastro in Händels „Orlando“ bis zu den großen Wagner-Partien, von einer Spielopernrolle wie dem Baculus in „Der Wildschütz“ bis zum Arkel in Debussys „Pelleas und Melisande“ reicht das Spektrum der Rollen dieses ungewöhnlichen Sängers.

"Wenn ich etwas anderes als Bass geworden wäre, wäre ich nicht Sänger geworden“, hat Georg Zeppenfeld  in einem Interview (im Programmheft dieses Konzertes gesagt). Georg Zeppenfeld singt nicht Bass, er ist ein Bass! Seine Textdeutlichkeit ist vorbildlich und nie hat man das Gefühl, dass er forciert. Bei ihm sind Wort und Ton aus einem Guss. Bei den Osterfestspielen in Salzburg wird er 2019 als Hans Sachs debütieren unter der Leitung von Christian Thielemann. Dies ist ein grosser Meilenstein in der Karriere von Georg Zeppenfeld und wird sicher wieder ein wunderbarer Erfolg.

Wenn wir heute Georg Zeppenfeld den Preis der Stiftung der Semperoper überreichen, dann ehren wir einen Sänger dessen Stimmfach der „ seriöse Bass“ ist. Auf wenige Sänger trifft dieser Ausdruck so sehr zu wie auf Georg Zeppenfeld: Er ist Künstler, für den Ernsthaftigkeit und Gewissenhaftigkeit eine hohe Bedeutung haben - in seiner Kunst, in seinem Umgang mit Kollegen, in seiner Arbeit.

Ich beglückwünsche Georg Zeppenfeld zu dieser Auszeichnung und freue mich auf kommenden Vorstellungen, die wir gemeinsam auf der Bühne erleben dürfen.

Bisherige Preisträger

  • GEORG ZEPPENFELD
  • TUULI TAKALA
  • CHOR DER SÄCHSISCHEN STAATSOPER DRESDEN
  • CHRISTIAN THIELEMANN
  • TECHNIK DER SEMPEROPER
  • SEBASTIAN WARTIG
  • EVELYN HERLITZIUS
  • ELENA VOSTROTINA
  • JIŘI BUBENIČEK
  • KINDERCHOR DER SEMPEROPER
  • WILLIAM FORSYTHE
  • MARJORIE OWENS
  • ELEVEN PROGRAMM DES SEMPEROPER BALLETT
  • CAROLINA ULLRICH
  • GIUSEPPE SINOPOLI, POSTHUM
  • JUNGES ENSEMBLE DER SEMPEROPER
  • MARKUS BUTTER
  • SEMPEROPER BALLETT DRESDEN
  • PETER SCHNEIDER
  • CHRISTOPH POHL
  • STEPHEN GOULD
  • ANKE VONDUNG
  • WOOKYUNG KIM
  • CHRISTA MAYER
  • THOMAS KÄPPLER
  • INGRID CZORNIK
  • MARKUS MARQUARDT
  • GÜNTER KLIER
  • MAIK HILDEBRANDT
  • GEORG ZEPPENFELD
  • PETER LOHSE
  • ELENA GORBATSCH
  • WOLFRAM GROSSE
  • KLAUS FLORIAN VOGT
  • JOSÉ ODOARDO PEREZ
  • JOHANN TILLI
  • FRIEDWART-CHRISTIAN DITTMANN
  • SOPHIE KOCH
  • HWA HAE KANG
  • CHRISTIANE HOSSFELD
  • TATJANA LOGINOVA
  • CAMILLA NYLUND
  • JOHANNES WALTER
  • ROXANA INCONTRERA
  • THOMAS MEINING
  • KATHERINA MARKOWSKAJA
  • HELGA THIEDE
  • WERNER GÜRA
  • PETER MIRRING
  • LAURA CONTARDI
  • ROLAND WAGENFÜHRER
  • ASTRID VON BRÜCK
  • MAŠA KOLAR
  • JEAN-FRANCOIS BOISNON
  • JUKKA RASILAINEN
  • ECKART HAUPT
  • HANS-JOACHIM KETELSEN
  • EVA KIRCHNER
  • RAYMOND HILBERT
  • PETER DAMM
  • KERTIN WITT
  • CAROLA SCHWAB
  • JOACHIM ULBRICHT
  • BIRGIT FANDREY
  • STEPHAN THOSS
  • PETER BRUNS
  • UTE SELBIG

Curt-Taucher-Förderpreis

Förderung herausragender Sängertalente in Erinnerung an einen herausragenden Sänger

Dem Andenken des in den 1920er und 1930er Jahren international gefeierten Wagner-Tenors Curt-Taucher ist der Förderpreis der Stiftung Semperoper für hoch talentierte Sängerinnen und Sänger gewidmet. Mit dem Preis werden ihre bisherigen Leistungen auf der Bühne der Semperoper gewürdigt. Gleichzeitig soll er Ansporn und Motivation für die weitere Sängerkarriere der Ausgezeichneten sein.

Die Verleihung des Curt-Taucher-Förderpreises wurde durch ein großzügiges Engagement der Erben des Sängers möglich.

2018 wird die Sopranistin Tuuli Takala mit dem Curt-Taucher Preis ausgezeichnet.


AUS DER LAUDATIO VON JOACHIM HOOF,
VORSITZENDER DES STIFTUNGSRATES


Eher zufällig kam Tuuli Takala zu ihrer ersten Gesangsstunde. Welch ein Glück! Und was für ein Glück, dass sie den Mut fasste, nicht wie ursprünglich geplant, Lehrerin zu werden. Sondern den Schritt des Sichtbarwerdens ging! Mit dieser Entscheidung haben Sie uns allen ein großes Geschenk gemacht.

Ihr Operndebüt gab Tuuli Takala als Königin der Nacht an der Finnischen Nationaloper in Helsinki.2015 kam sie als Mitglied des Jungen Ensembles an die Semperoper und debütierte als Barbarina in »Die Hochzeit des Figaro«. Während der Sommer-Opernfestivals in Savonlinna und im Jungen Ensemble konnte sie ihr Repertoire erweitern und sich auf der Bühne ausprobieren. Seit 2017 ist Tuuli Takala festes Mitglied des Ensembles. Sie hat sich hierals um ihr Glück kämpfende Gilda, um ihr Glück getäuschte Marzelline und als um ihr Glück tanzende Olympia in die Herzen des Publikums gesungen.

Sie, liebe Frau Takala, haben das Publikum im Sturm erobert! Dies vor allem mit Ihrer Natürlichkeit. Ihrer Unmittelbarkeit in der Darstellung der Figuren kann man sich einfach nicht entziehen. Im Namen der Stiftung Semperoper gratuliere ich Ihnen zum ersten Curt-Taucher-Förderpreis 2018!

 

Die Stiftung Semperoper-Förderstiftung vergibt in diesem Jahr erstmals einen Förderpreis, der an eine großen Sängerlegende, – den Tenor Curt Taucher erinnert. Curt Taucher war in den 20er und 30er Jahren ein international gefeierter Wagner-Tenor. Ein Sänger von enormer Vielseitigkeit, der hier im Ensemble lange Jahre in Dresden wirkte. Die Verleihung des Curt-Taucher-Förderpreises an begabte, junge Sänger und Sängerinnen, wurde durch ein großartiges, uneigennütziges Engagement der Nachkommen dieses Sängers möglich. Dafür darf ich Hartwig und Kilian Sprau stellvertretend für die Erben Curt Tauchers einen besonderen Dank aussprechen! Die Verleihung gibt dadurch Gelegenheit, an diesen Sänger zu erinnern. Ich freue mich besonders, dass heute Frau Seitz, als Vertreterin der Familie anwesend ist und heute den Preis überreichen wird.

Und   dieser Preis kommt im richtigen Moment! Tuuli Takala hat hier im Sängerensemble am Dresdner Opernhaus eine künstlerische Heimat gefunden. Und sie ist ebenfalls wie Curt Taucher eine Künstlerin von enormer Vielseitigkeit. Der Preis würdigt ihre persönliche Herangehensweise, ihrer Stimme mit Sorgfalt zu Vielfalt und Größe zu verhelfen, was ich selbst beim Adventskonzert in der Frauenkirche Dresden eindrucksvoll erleben durfte.

Liebe Frau Takala, ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie stets den Raum und die Möglichkeit erhalten, Ihre künstlerischen Ziele in höchster Qualität zu verwirklichen. Behalten Sie sich Ihre besondere Natürlichkeit und Glaubwürdigkeit, die sie Ihren Rollen verleihen. Und Ihr Können, höchste gesangliche Qualität mit tiefer Emotionalität zu verbinden.

Georg Zeppenfeld spricht als Ensemblekollege von Ihnen als „Gesamtkunstwerk“. Weil bei Ihnen einfach alles stimmt. Aber so, dass man den Kunstcharakter nicht als ‚gekünstelt‘ wahrnimmt. Das ist höchste Kunst! Und ich kann Ihnen als Kunst-Genießender versichern, dass Sie eine besondere Warmherzigkeit auszeichnet. Diese Warmherzigkeit spürt man über Ihren Gesang bis in die hoch geführten Koloraturen.

Gleichzeitig soll dieser Preis der Stiftung auch ein Anreiz sein, von Dresden aus die Flügel auszubreiten. Ich bin sehr gespannt, welchen Rollen Sie in Zukunft Leben verleihen. Hier in Dresden dürfen wir Sie in der kommenden Spielzeit u.a. als Sophie in »Der Rosenkavalier« und als Echo in »Ariadne auf Naxos« erleben. Wir freuen uns, mit Ihnen die großen Melodien, die großen Geschichten der Oper, zu erleben. Die großen Melodien die großen Geschichten der Oper erzählen uns die lebensnahen Dinge: Liebe und Einsamkeit. Vertrauen und Verrat. Heimat und Ferne. Geschichten über Menschen stets in Klänge und Poesie verwandelt. Mal zart und leise, mal gewaltig und aufbrausend oder betörend und leidenschaftlich. Die Faszination Oper transportiert sich wesentlich über die Faszination des Gesanges in allen Farben, in allen Nuancen. All dies zu transportieren, ist die Aufgabe der Künstler. Durch ihre Darstellung, ihr Erleben der Figur, können wir uns nahe fühlen. Wir können uns bewegen und anregen lassen, ihre Motive und Handlungen zu verstehen. Das Vermögen, Gefühle zu transportieren erfordert neben der gesanglichen Qualität vor allem die Emotionalität des Künstlers. Dass „der Funke überspringt“, ist das Unaustauschbare! Und diese Lust, sich mittels Gesang auszudrücken,  das Hörbarwerden großer Emotionen – erleben wir hier und heute! Aber wir ahnen: Große Lust allein genügt nicht! Bis diese Virtuosität erreicht ist, bedarf es vieler Jahre des Fleißes. Es braucht einen unbändigen Willen. Es braucht einen steten Rhythmus von Disziplin und Fleiß.

Wenn man hier auf der großen Bühne dieses wunderschönen Opernhauses steht und von hier aus in den gefüllten Saal schaut, bekommt man eine Ahnung davon, was es bedeuten muss,diese Semperoper mit einer Sängerstimme zu füllen.

Phoenix



Die Skulptur Phoenix, eine Bronzeplastik des Künstlers Thomas Reichstein, symbolisiert seit 1997 die Preise der Stiftung. In ihr sind das Klingen der Stimme, die Töne der Musik und das Schwingen des Tanzes eingefangen.