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Gala mit Preisverleihung

Preis der Stiftung

Preise der Stiftung würdigen die besondere künstlerische Leistung

Die Stiftung Semperoper würdigt seit 1993 besondere, für den Ruf und die Reputation des Hauses maßgebliche Leistungen und zeichnet dazu herausragende Künstlerpersönlichkeiten und Ensembles mit eigenen Preisen aus.

2019 wurde Jón Vallejon, Erster Solist des Semperoper Ballett,
mit dem Preis der Stiftung geehrt.


Aus der Laudatio des Choreografen
DAVID DAWSON

Guten Tag meine sehr verehrten Damen und Herren!

Ich bin sehr glücklich und fühle mich geehrt, heute mit Ihnen allen hier zu sein, um die Auszeichnung eines wirklich außergewöhnlichen Künstlers und Ersten Solisten des Semperoper Ballett zu feiern – Jón Vallejo.

Als ich eingeladen wurde, heute hier zu sprechen, begann ich darüber nachzudenken, wie ich mit Worten beschreiben könnte, was es für mich für ein Gefühl ist, Jón tanzen zu sehen. Vor meinem inneren Auge wurden meine eigenen Erinnerungen an die Arbeiten mit ihm lebendig, auf und hinter der Bühne. Fliegen, Drehen, Schweben, Fallen, Rutschen, Laufen – Tanzen. Leben. Doch je mehr ich nachdachte, umso mehr wurde mir klar, wie sehr gerade er die absolute Wahrheit verkörpert, dass Tanz keine Worte braucht; dass Tanz als Kunst-
form eine ganz besondere Art der unmittelbaren Kommunikation ist, die den Tänzer direkt mit dem Publikum, eine Seele mit der anderen verbindet.

Ich kenne und arbeite seit über 13 Jahren mit Jón zusammen, seit er 2006 Mitglied der Company des Semperoper Ballett wurde. Und ich bin in all der Zeit immer wieder erstaunt und fasziniert von seiner unfassbaren Fähigkeit zu tanzen – wahrhaftig zu tanzen. Wie er es schafft, den Betrachter den technischen Vorgang vergessen zu lassen und das reine Menschsein in den Vordergrund rückt; wie er nicht nur sich selbst in den Tanz hineinbringt, sondern darüber hinaus auch noch vermag, dem Tanz selbst einen neuen Fokus, eine neue Betrachtungsweise zu geben. Es sind seine Wärme, Großzügigkeit, Musikalität und seine Leidenschaft, die ihn zu einem der besten Tänzer seiner Generation machen.

Für jeden Gastchoreografen war Jón immer die »erste Wahl« und die Liste seiner brillanten Rollengestaltungen ist lang, egal ob in klassischen, zeitgenössischen oder neuen Balletten. Seine künstlerische Reise teilt er mit dem Publikum der  Semperoper und überall auf der Welt mit Werken von Forsythe, MacMillan, Ek, Balanchine, Kylián, Cranko, Duato, Neumeier, Inger, Naharin, Godani, Shechter, Bubeniček, Ekman, Celis, Hernandez und dem künstlerischen Leiter des Semperoper Ballett Aaron S. Watkin.

In meinen eigenen Arbeiten debütierte er zuletzt mit überragendem Erfolg als Albrecht in »Giselle«, wo ihm eine unglaublich herzzerreisende, ehrliche und reine Darstellung der komplexen Hauptfigur im Mittelpunkt dieser tragischen Liebesgeschichte gelungen ist. In der vergangenen Saison war er in einer weiteren eindrucksvollen Partie in »The Four Seasons« zu erleben. Die Rolle, die ich hier für ihn kreierte, wurde stark von Jóns Virtuosität, Vielseitigkeit und kraftvollen Bühnenpräsenz inspiriert.

Mit Jón ein Ballett zu kreieren, war schon immer eine besondere Erfahrung und pures Vergnügen. Er treibt mich ständig an, tiefer zu schauen, härter zu arbeiten und die Dinge weiter voranzutreiben. Sein Selbstverständnis als Tänzer gibt ihm die Fähigkeit, jede einzelne Bewegung auf eine völlig einzigartige und natürliche Weise anzugehen. Jede neue Kreation ermöglicht es ihm, der Welt wieder ein Stück mehr von seinem eigenen besonderen Selbst – seinem besonderen Geist – zu zeigen. Dieser Mann war von jeher zum Tänzer geboren – ein Mann, dessen Kunst ihn mit uns allen verbindet. Und heute beglückt uns das Wissen, dass wir in der Lage sind, seine Kunst schätzen zu können und seinen Stern am Bühnenhimmel leuchten zu sehen.

Deshalb bitte ich Sie alle, sich mir in Anerkennung, Glückwunsch und Dank an den einzigartigen Jón Vallejo anzuschließen!

Bisherige Preisträger

  • Jón Vallejo
  • GEORG ZEPPENFELD
  • TUULI TAKALA
  • CHOR DER SÄCHSISCHEN STAATSOPER DRESDEN
  • CHRISTIAN THIELEMANN
  • TECHNIK DER SEMPEROPER
  • SEBASTIAN WARTIG
  • EVELYN HERLITZIUS
  • ELENA VOSTROTINA
  • JIŘI BUBENIČEK
  • KINDERCHOR DER SEMPEROPER
  • WILLIAM FORSYTHE
  • MARJORIE OWENS
  • ELEVEN PROGRAMM DES SEMPEROPER BALLETT
  • CAROLINA ULLRICH
  • GIUSEPPE SINOPOLI, POSTHUM
  • JUNGES ENSEMBLE DER SEMPEROPER
  • MARKUS BUTTER
  • SEMPEROPER BALLETT DRESDEN
  • PETER SCHNEIDER
  • CHRISTOPH POHL
  • STEPHEN GOULD
  • ANKE VONDUNG
  • WOOKYUNG KIM
  • CHRISTA MAYER
  • THOMAS KÄPPLER
  • INGRID CZORNIK
  • MARKUS MARQUARDT
  • GÜNTER KLIER
  • MAIK HILDEBRANDT
  • GEORG ZEPPENFELD
  • PETER LOHSE
  • ELENA GORBATSCH
  • WOLFRAM GROSSE
  • KLAUS FLORIAN VOGT
  • JOSÉ ODOARDO PEREZ
  • JOHANN TILLI
  • FRIEDWART-CHRISTIAN DITTMANN
  • SOPHIE KOCH
  • HWA HAE KANG
  • CHRISTIANE HOSSFELD
  • TATJANA LOGINOVA
  • CAMILLA NYLUND
  • JOHANNES WALTER
  • ROXANA INCONTRERA
  • THOMAS MEINING
  • KATHERINA MARKOWSKAJA
  • HELGA THIEDE
  • WERNER GÜRA
  • PETER MIRRING
  • LAURA CONTARDI
  • ROLAND WAGENFÜHRER
  • ASTRID VON BRÜCK
  • MAŠA KOLAR
  • JEAN-FRANCOIS BOISNON
  • JUKKA RASILAINEN
  • ECKART HAUPT
  • HANS-JOACHIM KETELSEN
  • EVA KIRCHNER
  • RAYMOND HILBERT
  • PETER DAMM
  • KERTIN WITT
  • CAROLA SCHWAB
  • JOACHIM ULBRICHT
  • BIRGIT FANDREY
  • STEPHAN THOSS
  • PETER BRUNS
  • UTE SELBIG

Curt-Taucher-Förderpreis

Förderung herausragender Sängertalente in Erinnerung an einen herausragenden Sänger

Dem Andenken des in den 1920er und 1930er Jahren international gefeierten Wagner-Tenors Curt-Taucher ist der Förderpreis der Stiftung Semperoper für hoch talentierte Sängerinnen und Sänger gewidmet. Mit dem Preis werden ihre bisherigen Leistungen auf der Bühne der Semperoper gewürdigt. Gleichzeitig soll er Ansporn und Motivation für die weitere Sängerkarriere der Ausgezeichneten sein.

Die Verleihung des Curt-Taucher-Förderpreises wurde durch ein großzügiges Engagement der Erben des Sängers möglich.

2018 wurde die Sopranistin Tuuli Takala mit dem Curt-Taucher Preis ausgezeichnet.


AUS DER LAUDATIO VON JOACHIM HOOF,
VORSITZENDER DES STIFTUNGSRATES


Eher zufällig kam Tuuli Takala zu ihrer ersten Gesangsstunde. Welch ein Glück! Und was für ein Glück, dass sie den Mut fasste, nicht wie ursprünglich geplant, Lehrerin zu werden. Sondern den Schritt des Sichtbarwerdens ging! Mit dieser Entscheidung haben Sie uns allen ein großes Geschenk gemacht.

Ihr Operndebüt gab Tuuli Takala als Königin der Nacht an der Finnischen Nationaloper in Helsinki.2015 kam sie als Mitglied des Jungen Ensembles an die Semperoper und debütierte als Barbarina in »Die Hochzeit des Figaro«. Während der Sommer-Opernfestivals in Savonlinna und im Jungen Ensemble konnte sie ihr Repertoire erweitern und sich auf der Bühne ausprobieren. Seit 2017 ist Tuuli Takala festes Mitglied des Ensembles. Sie hat sich hierals um ihr Glück kämpfende Gilda, um ihr Glück getäuschte Marzelline und als um ihr Glück tanzende Olympia in die Herzen des Publikums gesungen.

Sie, liebe Frau Takala, haben das Publikum im Sturm erobert! Dies vor allem mit Ihrer Natürlichkeit. Ihrer Unmittelbarkeit in der Darstellung der Figuren kann man sich einfach nicht entziehen. Im Namen der Stiftung Semperoper gratuliere ich Ihnen zum ersten Curt-Taucher-Förderpreis 2018!

 

Die Stiftung Semperoper-Förderstiftung vergibt in diesem Jahr erstmals einen Förderpreis, der an eine großen Sängerlegende, – den Tenor Curt Taucher erinnert. Curt Taucher war in den 20er und 30er Jahren ein international gefeierter Wagner-Tenor. Ein Sänger von enormer Vielseitigkeit, der hier im Ensemble lange Jahre in Dresden wirkte. Die Verleihung des Curt-Taucher-Förderpreises an begabte, junge Sänger und Sängerinnen, wurde durch ein großartiges, uneigennütziges Engagement der Nachkommen dieses Sängers möglich. Dafür darf ich Hartwig und Kilian Sprau stellvertretend für die Erben Curt Tauchers einen besonderen Dank aussprechen! Die Verleihung gibt dadurch Gelegenheit, an diesen Sänger zu erinnern. Ich freue mich besonders, dass heute Frau Seitz, als Vertreterin der Familie anwesend ist und heute den Preis überreichen wird.

Und   dieser Preis kommt im richtigen Moment! Tuuli Takala hat hier im Sängerensemble am Dresdner Opernhaus eine künstlerische Heimat gefunden. Und sie ist ebenfalls wie Curt Taucher eine Künstlerin von enormer Vielseitigkeit. Der Preis würdigt ihre persönliche Herangehensweise, ihrer Stimme mit Sorgfalt zu Vielfalt und Größe zu verhelfen, was ich selbst beim Adventskonzert in der Frauenkirche Dresden eindrucksvoll erleben durfte.

Liebe Frau Takala, ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie stets den Raum und die Möglichkeit erhalten, Ihre künstlerischen Ziele in höchster Qualität zu verwirklichen. Behalten Sie sich Ihre besondere Natürlichkeit und Glaubwürdigkeit, die sie Ihren Rollen verleihen. Und Ihr Können, höchste gesangliche Qualität mit tiefer Emotionalität zu verbinden.

Georg Zeppenfeld spricht als Ensemblekollege von Ihnen als „Gesamtkunstwerk“. Weil bei Ihnen einfach alles stimmt. Aber so, dass man den Kunstcharakter nicht als ‚gekünstelt‘ wahrnimmt. Das ist höchste Kunst! Und ich kann Ihnen als Kunst-Genießender versichern, dass Sie eine besondere Warmherzigkeit auszeichnet. Diese Warmherzigkeit spürt man über Ihren Gesang bis in die hoch geführten Koloraturen.

Gleichzeitig soll dieser Preis der Stiftung auch ein Anreiz sein, von Dresden aus die Flügel auszubreiten. Ich bin sehr gespannt, welchen Rollen Sie in Zukunft Leben verleihen. Hier in Dresden dürfen wir Sie in der kommenden Spielzeit u.a. als Sophie in »Der Rosenkavalier« und als Echo in »Ariadne auf Naxos« erleben. Wir freuen uns, mit Ihnen die großen Melodien, die großen Geschichten der Oper, zu erleben. Die großen Melodien die großen Geschichten der Oper erzählen uns die lebensnahen Dinge: Liebe und Einsamkeit. Vertrauen und Verrat. Heimat und Ferne. Geschichten über Menschen stets in Klänge und Poesie verwandelt. Mal zart und leise, mal gewaltig und aufbrausend oder betörend und leidenschaftlich. Die Faszination Oper transportiert sich wesentlich über die Faszination des Gesanges in allen Farben, in allen Nuancen. All dies zu transportieren, ist die Aufgabe der Künstler. Durch ihre Darstellung, ihr Erleben der Figur, können wir uns nahe fühlen. Wir können uns bewegen und anregen lassen, ihre Motive und Handlungen zu verstehen. Das Vermögen, Gefühle zu transportieren erfordert neben der gesanglichen Qualität vor allem die Emotionalität des Künstlers. Dass „der Funke überspringt“, ist das Unaustauschbare! Und diese Lust, sich mittels Gesang auszudrücken,  das Hörbarwerden großer Emotionen – erleben wir hier und heute! Aber wir ahnen: Große Lust allein genügt nicht! Bis diese Virtuosität erreicht ist, bedarf es vieler Jahre des Fleißes. Es braucht einen unbändigen Willen. Es braucht einen steten Rhythmus von Disziplin und Fleiß.

Wenn man hier auf der großen Bühne dieses wunderschönen Opernhauses steht und von hier aus in den gefüllten Saal schaut, bekommt man eine Ahnung davon, was es bedeuten muss,diese Semperoper mit einer Sängerstimme zu füllen.

Phoenix



Die Skulptur Phoenix, eine Bronzeplastik des Künstlers Thomas Reichstein, symbolisiert seit 1997 die Preise der Stiftung. In ihr sind das Klingen der Stimme, die Töne der Musik und das Schwingen des Tanzes eingefangen.